Konzerte in Hamburg. Klassische Musik mit Hamburger Camerata.
 
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20. April 2010
20 Uhr, Laeiszhalle - Musikhalle Hamburg, Großer Saal
Konzerteinführung 19:15 Uhr, Brahms Foyer



Hamburgs Ruf als Musikstadt ist zwiespältig: Für Georg Philipp Telemann war Hamburg noch „die Stadt, wo die Musik gleichsam ihr Vaterland zu haben scheinet“. Doch rund anderthalb Jahrhunderte später schrieb der gebürtige Hamburger Johannes Brahms an seinen Kollegen Gustav Mahler: „Die Bremer sind unmusikalisch, die Hamburger antimusikalisch“. Dass es ganz so arg doch nicht sein kann, beweist die HAMBURGER CAMERATA mit einer Leistungsbilanz der Hamburger Musikgeschichte. Das fünfte Abonnementkonzert vereint vier große Komponisten, die die Hamburger gerne für sich reklamieren.

Volle 46 Jahre lebte Telemann als „Director musices“ und Kantor am Johanneum in Hamburg und brachte es während dieser Zeit zu internationalem Ansehen. Seine 1723 zum 100-jährigen Bestehen der See-Sicherheitsbehörde komponierte „Hamburger Admiralitätsmusik“ ist eine Eloge an eine „Glückliche Stadt“ mit „der Elbe dienstbeflissenen Wellen“ und „der Börse gepresstem Getümmel“ nach Worten des Gymnasial-Professors Michael Richey.

Felix Mendelssohn wird gerne von den Hamburgern als großer Sohn der Stadt reklamiert, obwohl seine Familie schon zwei Jahre nach seiner Geburt nach Berlin zog, und er seine Heimatstadt später nur noch auf der Durchreise beehrte. Streng genommen gehört er vor allem nach Leipzig. Zu Mendelssohns kompositorischen Errungenschaften zählt die Form der Konzertouvertüre mit poetischem Gehalt. „Das Märchen von der schönen Melusine“ lehnt sich dabei an Franz Grillparzers Version des Wasserfeen-Sujets an.

Mendelssohns Nach-Nachfolger als Kapellmeister des Gewandhauses in Leipzig und Leiter des dortigen Konservatoriums war der 1824 in Altona – das damals zu Dänemark gehörte – geborene Carl Reinecke. Vor allem aber war Reinecke ein Nachfolger Mendelssohns im Geiste. Die Verehrung Mozarts ging ihm über alles. Auf die Frage, ob er ein Epigone seiner großen Vorbilder sei, meinte er schlicht: „Ich würde nicht dagegen opponieren, wenn man mich so nennt. Sein Harfenkonzert hat sich bis heute als Wettbewerbsstück im Repertoire gehalten; seine Serenade g-moll dagegen ist inzwischen wieder eine echte Entdeckung.

Seine Serenade op. 11 hatte Brahms eigentlich als Nonett konzipiert, erst später setzte er sie für Orchester. Dass er damit auf die große Sinfonie zusteuere, hat der vorsichtige Meister aber immer geleugnet. „Hinter Sinfonien von J. B. magst Du einstweilen ein ? Setzen“, schrieb er seinem Freund Joseph Joachim. Jedenfalls wurde die D-Dur Serenade 1859 in Hamburg uraufgeführt und ist somit ein echte musikalische Hamburgensie eines echten Hamburgers.

Mit freundlicher Unterstützung der Freien und Hansestadt Hamburg



Georg Philipp Telemann
1681–1767
Hamburger Admiralitätsmusik D-Dur 1723
(Auszüge)

Felix Mendelssohn Bartholdy
1809–1847
Konzertouvertüre F-Dur op. 32
„Das Märchen von der schönen Melusine“

Carl Reinecke
1824–1910
· Harfenkonzert e-moll op. 182
· Serenade g-moll op. 242

Johannes Brahms
1833–1897
Serenade D-Dur Nr. 1 op. 11

Harfe Maria Graf
Leitung Max Pommer

 

 

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